Denkstruktur bei KEH

Die Art und Weise, wie Menschen denken, wird heute oftmals mit einem Intelligenzquotienten gemessen, der mit seiner Hoch-Niedrig Einstufung ein schwarz-weißes Wertungsbild zeichnet und den Menschen mit einem niedrigen Intelligenzquotienten schlecht aussehen lässt und abwertet. Die vielen unterschiedlichen Versuche, Intelligenz zu definieren, zeigen die Willkürlichkeit und sehr individuell geprägten Schwerpunkte. 

Wenn man berücksichtigt, dass in der Gesellschaft Kopf- und Handarbeit benötigt werden, kommt man mit einer gleichgewichtigen komplementär-polaren Denkweise zu ganz anderen Sichtweisen und Wertungen.

Die maßgeblichen Denkweisen erfasst KEH in der Gegenüberstellung von 

konkretes, anschauliches Denken    –    abstraktes, begriffliches Denken         

analytisches, differenziertes Denken    –    gesamtheitliches, synthetisches Denken

 logisches, lineares Denken    –    simultanes, schnelles Denken   

 einfaches, fokussiertes Denken    –    komplexes, assoziatives Denken     

eindimensionales, normiertes Denken    –    mehrdimensionales, alternatives Denken 
 

Nimmt man zu diesen Denkweisen noch die komplementär -polare Sichtweise

bewahrend, konservativ    –    verändernd, progressiv       

hinzu, dann öffnet sich das Blickfeld für die ganze polare Vielfalt der Denk-Anforderungen, und es wird klar, dass jede Merkmalseite ihre Nützlichkeit für ganz bestimmte Aufgaben hat und eine Wertigkeit an der Sache vorbeigeht.  

Die für die Intelligenzmessung bereitstehenden Aufgabenstellungen und geistigen Übungen sind von Geisteswissenschaftlern mit bestimmter einseitiger Denkweise zusammengestellt worden, die dadurch ihre eigenen Denkweisen hochhalten und anpreisen. Man kann dies daran erkennen, dass in Akademikerkreisen vorherrschende Denkweise zu stark abstraktem Denken oft übermäßig in Richtung weltfern und unanschaulich abdriften kann. Auch die Überstrapazierung von komplexem Denken in Richtung kompliziert und konfus kann ebenso wie die Übersteigerung von simultan in Richtung unverständlich und überhastet ausarten.

Der Psychologe Rudolf Amthauer hat dies einmal ironisch ausgedrückt: "Es gibt Handwerker und Mundwerker“.

Die KEH-Sichtweise der Denkstrukturen beleuchtet die Dimension des Verstandes und sollte nicht mit der in der Gehirnforschung verbreiteten Dichotomie von Gefühlsbetonung und Verstandesbetonung in den Hirnfunktionen als Erklärungsgrund für bestimmte Verhaltensweisen verwechselt werden. 

Das Denken steuert das Verhalten wohl in viel stärkerem Maß als üblicherweise angenommen wird. Wenn man die Denkweise kennt, sind viele Verhaltensweisen schon vorgezeichnet und unterschiedliche Ansichten oft leicht erklärbar.

Angesicht des Voranschreitens der geistigen Denk-Arbeit, die in Führungsfunktionen maßgeblich für Erfolg und Misserfolg verantwortlich ist, kann die Bedeutung der Erkennung des eigenen Denkstils für die persönliche Lebensgestaltung nicht hoch genug veranschlagt werden. 

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