Gesellschaftspolitische Reformen

Weitgehende Auswirkungen könnte das komplementär-polare Denken in der Gesellschaftspolitik haben.

Bildungs- und Schulwesen

Im Bildungs- und Schulwesen könnte eine Lerneinheit Verhaltenskunde angeboten werden, die mit KEH-Inhalten für eine bessere Verständigung und toleranteres Miteinander der Schüler sorgen würde und dem weit verbreiteten Mobbing entgegenwirkt. Dabei kann neben der persönlichen Reifung auch die kommunikative Kompetenz gesteigert werden. Unterschiedliche Wertempfindungen, Stärken und Denkstile sind schon in der Schulzeit oft der Hintergrund für Hoch- oder Geringschätzung unter Schülern. Würden sie erkannt und wechselseitig respektiert, dann könnten daraus hilfreiche Lernpartnerschaften entstehen.

Kopfnoten im Zeugnis würden eine wichtige Signalwirkung als Erziehungsbrücke zwischen Schule und Elternhaus herstellen, wenn sie nicht schwarz-weiß, sondern komplementär formuliert würden. Dann würde die Faulheit sich auch als übermäßige Zufriedenheit und Bequemlichkeit ausdrücken lassen und doch als Warnsignal erkennbar bleiben. Ebenso wie sich auch im übermäßigen Fleiß und Ehrgeiz zugleich Strebertum ausdrückt. Ohne solche positiv ausgedrückten Signale werden die notwendigen kritischen Botschaften im Elternhaus oft nicht angenommen; Faulheit wollen die Eltern über ihre Kinder nicht hören, denn sie sehen sie ja als Lebenskünstler, die überall durchkommen. Auf zu starken Fleiß sind Eltern fast immer stolz, weil sie ja die Erfolge ihrer Kinder feiern und belohnen. Voraussetzung allerdings wäre, dass die Eltern in Sprechstunden, Elternversammlungen oder gar Eltern-Bildungsprogammen über die komplementär-polaren Zusammenhänge im Charakter kundig gemacht werden. Man muss sich ja schon wundern, dass die Führung eines Fahrzeugs nicht ohne Schulung erfolgen darf, die Führung und Erziehung des Nachwuchses aber allen Eltern blindlings zugetraut wird. Im längeren Betrachtungszeitraum würde sich dieses Problem auflösen: Aus diesbezüglich aufgeklärten Schülern würden auch aufgeklärte Eltern hervorgehen.

Für Lehrer würde KEH bedeuten, dass sie im Geistigen nicht nur diejenigen Schüler wertschätzen, bei denen sie – „meist gar nicht bewusst“ – ihre eigene Denkstruktur wiederfinden, sondern begreifen, dass manche junge Menschen eben anders „ticken“ und anderweitige Stärken haben, die zu beachten sind. 

Arbeitswelt

Im Berufsleben und Vereinsleben sind gegensätzliche Denkstrukturen bei Managern und in den Spitzengremien alltäglich zu beobachten. Werden sie nicht tolerant gehandhabt, kommt es zu offenen oder versteckten Abwertungen und man sabotiert sich gegenseitig. Wird die Unterschiedlichkeit erkannt und gegenseitig wertgeschätzt, dann entsteht daraus ein komplementäres Management, das nachgewiesenermaßen die erfolgreichste Führungsform ist und in vielen Vereinen/Organisationen schon ehrenamtlich praktiziert wird.

Am Arbeitsmarkt könnte man mit Hilfe von KEH Riesenerfolge erzielen.

Für die Berufsfindung und die richtige Stellenbesetzung im Unternehmen ist die Notwendigkeit der Übereinstimmung von Persönlichkeits- und Anforderungsprofil ohne weiteres nachvollziehbar. Bei dem großen Heer an Arbeitslosen und vor allem bei Dauer-Arbeitslosen wird diese aber offensichtlich nicht immer herausgefunden. So bleiben Arbeitsreserven ungenutzt und dies ist auch von erheblicher volkwirtschaftlicher Bedeutung. Wenn man bei Menschen, die man fast “abgeschrieben“ hat, richtig hinschaut, entdeckt man doch potenzielle Fähigkeiten, die hinter den augenscheinlichen Handicaps und Fehlern verborgen sind. Erfahrungsgemäß fällt es den Menschen bei der Umwandlung von erkannten Mängeln und Defiziten in potenzielle Fähigkeiten auf der Kehrseite, der "Charakter-Münze" wie Schuppen von den Augen. Diese Möglichkeiten kann man mit Hilfe des KEH-Systems herausfinden.

Jeder Mensch hat starke Seiten und Fähigkeiten und es gibt irgendwo am Arbeitsmarkt Nachfrage dafür. Im Zweifel schafft sich das interessante Angebot mit Fantasie und gutem Willen sogar seine Nachfrage selbst. Vor allem gibt es auch Möglichkeiten für den Staat, Tätigkeiten von dafür geeigneten Personen so abzuverlangen, dass im Falle der Verweigerung auch Konsequenzen folgen.

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