Abgrenzung von KEH zum Genderismus

von Dr. Walter Eberle

Als Mann oder Frau sind Menschen geschaffen. Aber weiblich und männlich sind keine Charaktereigenschafen. Sie sind nicht komplementär, sondern binär, denn nur in äußerst seltenen Fällen schafft die Natur Zwitter.

Binär ist eine Zweiteiligkeit und bedeutet entweder oder: Beispiele Ja/Nein oder 0/1 wie im digitalen CodiersystemAuf der Verwechslung von binär und komplementär beruht der Irrtum im Genderismus. Nur in der Vulgär-Psychologie gibt es die angeblich männlichen und weiblichen Eigenschaften. Auf diese Verwechslung von binär und komplementär-polar  hat M.Lüscher in seiner Harmonielehre hingewiesen. In der Realität und kulturübergreifend gibt es tatsächlich einzelne Eigenschaften, die -  aus welchen Gründen auch immer -  häufiger bei Frauen oder häufiger bei Männern zu finden sind; aber immer in komplementären Ausprägungsgraden und nie nur einseitig in einem Geschlecht und auch mit wechselseitigen Schwerpunkten.

Die sich zurecht verbreitende Erkenntnis der Komplementarität in den Charaktermerkmalen und im Menschenbild hat die Anhänger des Genderismus  zu dem verwirrenden Gedanken geführt, diese Vorstellung auch  auf die natürliche, binäre Mann/Frau- Konstellation zu übertragen. Daraus wurden dann weitergehende Konsequenzen gezogen, die mit dem Gedanken der Gleichberechtigung von Mann und Frau verwoben wurden und dadurch auch zu Sprach-Komplikationen und seltsamen Sprach-Blüten führten. 

Die Emanzipationsbewegung hat sicher auch den unbewussten Hintergrund, dass das christliche Gottesbild ein männliches ist. Es steht ja geschrieben, dass man sich kein Bild von Gott machen soll. Aber wenn man dann doch ein konkretes Bild wählt und vom Herr-Gott und Gott-vater spricht und zu ihm betet, dann entsteht natürlich aus gleichberechtigter Sicht die Frage nach der weiblichen Seite der Gottheit; erkennbar ist dies heute an der Suche von Historikern nach der weiblichen Seite Gottes.

So rekrutieren sich   die Anhänger des Genderismus aus Menschen, die psychologische Zusammenhänge nicht richtig verstehen und Menschen, die Gleichberechtigung fordern und mit der christlichen Marienverehrung nichts anfangen. 

Zu bedenken ist, dass es ja auch vor dem Monotheismus eine Götterwelt gab,  in der neben JAHWE eine Göttin Aschera ihren Platz hatte und Maria im Christentum nicht Gottmutter oder Gottgefährtin ist, sondern  Mutter eines Sohnes ,der sich selbst als Künder von Gottes Botschaft,  aber nicht als Sohn einer Gottesmutter dargestellt hat. Vielleicht ist mit Jesus-Aussagen " Vater " ja auch geistiger Ziehvater gemeint.

Im sprachlichen Umgang gibt es viele Begriffe, die sowohl männliche wie weibliche Personen umfassen, sie verlangen nicht nach zusätzlicher  Ergänzung, auch wenn der Artikel männlich oder weiblich ist; Beispiel :  die Zuschauer oder die Gäste.. Es gibt aber auch Begriffe, die eindeutig männlich verstanden werden;,dann ist die sprachlich weibliche Hinzufügung berechtigt, sofern offensichtlich die Weiblichkeit mitgemeint ist; Beispiel : Fußballspielerin oder Schauspielerin

Beim sprachlichen Umgang mit der binären Geschlechtlichkeit sollten auf jeden Fall unnötige lächerlich-komplizierte Ausdrucksweisen vermieden werden.

Abgesehen von  notwendigen sprachlichen Worterweiterungen oder  Worthinzufügungen ist die Gender-Ideologie ein irritierender Stolperstein auf dem Weg zu einem wertschätzenden komplementär-polaren Menschenbild und einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht wert.

 

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